Mittwoch, 25. September 2013

Ein sommerliches Gartentörtchen zum 80. Geburtstag

Dieses Jahr war es soweit. Meine beste Backlehrmeisterin und vor allem geliebte Omi konnte ihren 80. Geburtstag im Kreise ihrer Familie feiern. Natürlich habe ich es mir da nicht nehmen lassen, sie mit einem ganz besonderen Törtchen zu überraschen. 

Da die Torte für über 30 Personen reichen sollte, wovon 99,9 % pure Kuchengenießer sind, habe ich eine zweistöckige Torte anvisiert und auch umgesetzt. Als echte Garten- und Blumenliebhaberin bekam Oma natürlich auch ein dementsprechendes Thema. Inspirieren lassen habe ich mich im Internet und in unserem großen Garten.


Weil ich meist runde Torten mache, sollte es endlich mal wieder eine rechteckige Torte geben. Bisher habe ich lediglich eine viereckige Torte gemacht und habe auf jeden Fall noch Übungsbedarf. Daher war es mal wieder soweit. Außerdem wollte ich schon längst einmal ein Törtchen als Korb tarnen. Und wo passt so etwas wohl besser hin, als in den Garten?!

Die untere Etage hatte Maße von 25 x 25 cm und war 12 cm hoch. Gefüllt war dieses Stockwerk mit einem Schokoladenbiskuit, einer leichten Frischkäsebuttercreme sowie Lemoncurd und Rote Grütze. 

Für den Schokoladenbiskuit könnt ihr dieses Rezept nehmen und statt 150 g Mehl einfach 100 g Mehl und 50 g Kakao. Das Rezept habe ich allerdings 3 Mal gebacken, um diese Größe zu erreichen. Für die  Frischkäsebuttercreme gibt es das Rezept hier für euch:

Frischkäsebuttercreme

Zutaten (alle zimmerwarm):
600 g weiße Schokolade
750 g Frischkäse (natur, Doppelrahm)
250 g Butter, weich
2 EL Mangosirup (oder andere Geschmacksrichtung)

Zubereitung:
Zuerst die Schokolade im Wasserbad schmelzen und leicht abkühlen lassen. Den Frischkäse mit dem Rührgerät aufschlagen und anschließend mit der Butter cremig schlagen, bis die Masse fluffig und hell wird. Anschließend die Schokolade nach und nach hineinfließen lassen und abschließend die Masse mit dem Sirup schön homogen aufschlagen.
Diese Masse habe ich 1 1/2-fach zubereitet. 

Den Schokoladenbiskuit habe ich auf Blechen gebacken. Gefüllt habe ich abwechselnd Frischkäsecreme mit Lemoncurd und Frischkäsecreme mit Roter Grütze.

Das Korbtörtchen war mal wieder eine Aprikosen-Marzipan-Torte, weil sich diese so toll schichten lässt und auch an warmen Tagen (es war Ende Juli wirklich sehr heiß - fast zu heiß, um Törtchen zu essen!) frisch und fruchtig daher kommt. Das Rezept dazu findet ihr hier.

Törtchenfakten: 14 cm Durchmesser, 11 cm hoch ... und dazu noch lecker

Nachdem die Torte einen Tag durchziehen konnte habe ich sie mit Zartbitter-Ganache umhüllt und gut geglättet. Dann ging es an das Korbflechten, was mich wirklich einiges an Zeit und dank des schwülwarmen Wetters auch an Nerven gekostet hat. Ihr benötigt dazu ca. 300 g braunbeigen oder cremefarbenen Rollfondant sowie am besten eine Sugarcraft-Gun/einen ClayExtruder und eine Prägematte für Baumrinde (oder ihr macht die Prägung mit Zahnstocher o. Ä. selbst). Außerdem einen Rollenschneider oder Messer und Lineal, um gleichmäßige Streifen zu schneiden. Das könnt ihr allerdings auch mit dem ClayExtruder machen - wie ihr eben mögt. Ich habe gleich ca. 250 g Fondant ausgerollt, geprägt und geschnitten - dann muss er ca. 10 Minuten liegen, damit er etwas antrocknet, sonst lässt er sich schlecht verarbeiten. In dieser Zeit werden mit dem Extruder so viele runde Stränge geformt, sodass ihr um die Torte reicht - in gleichen Abständen versteht sich. Wie ihr sie anordnet und anbringt seht ihr auf dem obigen Bild.

Dann geht es ans Flechten. Fangt am besten mit den unteren Reihen an, das fand ich einfacher. Das erste Band an einen runden Strang anlegen und über den nächsten runden Strang führen. Danach den nächsten runden Strang anheben und das geprägte Band darunter hinwegführen. Nun wieder das Band über den nächsten runden Strang legen und danach unter dem nächsten Strang entlang legen. Und so weiter und so weiter, bis ihr eine Runde voll habt. Dann geht es in der nächsten Reihe weiter - achtet aber darauf, dass ihr nun versetzt arbeitet. Das heißt, da wo das geprägte Band in der unteren Reihe über dem runden Strang entlang ging, muss es nun unter diesem Strang entlang geführt werden. Das ist wichtig, da es nur so eine Korboptik ergibt. Wenn der Fondant oder die Ganache zu weich wird, stellt die Torte zwischendurch mal 10 Minuten in den Kühlschrank, das macht die Arbeit leichter.


Als Korbabschluss habe ich zwei runde lange Stränge mit dem ClayExtruder geformt und gezwirbelt, dann mit Zuckerkleber angebracht. Für die Henkel hatte ich schon zwei Tage zuvor Blütendraht geformt und eingefärbte Blütenpaste (schnell härtende Zuckermasse) darum gezwirbelt. Sie konnten nun in die Torte gesteckt werden (auf dem obigen Bild noch nicht zu sehen). Außerdem hatte ich auf einen Schaschlikspieß einen roten Griff aus Blütenpaste aufgebracht und auch ein Teilstück für eine Schaufel. Die beiden Außenteile der Schaufel habe ich separat trocknen lassen. Die Schaufel wurde noch mit silberner Puderfarbe (in Alkohol verdünnt, damit man damit malen kann) von Sugarflair bemalt. Den Stil konnte ich in die Torte stecken und die Seitenteile habe ich daneben angebracht (siehe linkes Bild oben).


Um die Schaufel herum verteilte ich aus Blütenpaste hergestellte Radieschen und zerkrümelte Schokokuchenreste, die als Erde dienten. Zum Aufbringen der Blumen nutzte ich ein Cakeboard, unter und auf welches ich ausreichend Rollfondant gab. So kann man ein Gesteck schön herrichten und beim Anschneiden der Torte ist das Bouquet ganz einfach und schnell entfernt. 


Die Zaunsfelder habe ich aus Fondant (eingefärbt mit Pastenfarbe Schokobraun von Sugarflair) hergestellt. Dafür habe ich den Fondant ausgerollt, wieder mit der Baumrindeschablone geprägt und jede einzeln ausgeschnitten. Die Schrauben habe ich mit einer kleinen Spritztülle erst hineingeprägt und dann mit silberner Lebensmittelfarbe (Puderfarbe Silber von Sugarflair) angemalt. 


Auch das Schild ist aus Blütenpaste 2 Tage vorher hergestellt, damit es austrocknen kann. Die "80" habe ich mit flüssiger Metallic-Lebensmittelfarbe bemalt (Pealescent Spring Green).

Bei den Blumen habe ich mich an so einige Exemplare aus unserem Garten gehalten. Im Körbchen waren blaue Hortensien, Rosen, eine geschlossene Pfingstrose ...


.... Kamillenblüten, Hibiskus, rosa Blüten ....


... und auch so einige Wicken. Außerdem gibt es in unserem Garten nicht nur Blumen, sondern auch so einiges Gemüse - Radieschen zum Beispiel. Und genau die haben es auch auf das Törtchen geschafft. 


Für dieses Törtchenwerk habe ich wirklich viel Zeit zur Vorbereitung benötigt. Ehrlich gesagt, hätte ich das gar nicht gedacht und musste mir so manche späte Stunde um die Ohren schlagen, damit ich meinen Zeitplan einhalten konnte. Vor allem hätte ich nicht gedacht, dass auf so ein kleines Körbchen doch so viele Blumen passen, damit man den Untergrund nicht sieht. Zum Glück hatte ich noch ein paar Rosen auf Vorrat, die zum Einsatz kamen. 

Aber auch eine andere Sache kann ich sagen: Ich war richtig froh, dass die Torte genau so geworden ist, wie ich sie geplant und vorher gezeichnet hatte. Es hat also alles prima geklappt und ich war wirklich ein bisschen stolz auf dieses Geburtstagstörtchen.

Und meine Oma war richtig überrascht, hat sich sehr gefreut, hat beide Etagen gekostet und für gut befunden. Alles richtig gemacht also und somit der allerschönste Lohn für viel Arbeit!


Eure Jessi!

Kommentare:

  1. Hallo Jessi,

    wuuuuuunderschöne Geburtstagstorte!!! Wer sich schon an solche vielseitigen Motive gewagt hat, der kann bestens nachvollziehen, dass du sehr viel Arbeit reingesteckt hast und sehr viel Zeit! Wie du schon schreibst: manchmal unterschätzt man es :) Besonders das Blumenkörbchen hat es in sich: so viele unterschiedliche Blüten, TOLL!!! Das hätte auch den Geschmack meiner Oma getroffen und ich überlege schon, wie ich bis Januar so viele Blüten zaubern soll... ;)
    Süße Grüße
    Nellichen

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Nellichen,

      vielen lieben Dank für deine lieben Worte und deine Anerkennung! Und genau, man kann das zeitlich wirklich ganz schön unterschätzen ... aber beim nächsten Körbchen weiß ich ja Bescheid ;o) Bis Januar schaffst du das übrigens noch gut, ein wenig Zeit ist ja noch ;o)

      LG und bis bald,
      Jessi

      Löschen
  2. Liebe Jessi,
    ich fang mal oben an... Dein neues Logo finde ich echt toll. Sag bloß, Du hast das auch noch selbst gemacht? Ich finde es ja bewundernswert, wenn man sowas kann... ich könnte das sicher ;-)
    Was ich aber noch viel unglaublicher finde, ist Dein neuestes Kunstwerk. Sag mal ehrlich, wie viele Stunden hast Du insgesamt drangesessen??? Das müssen ja Wochen gewesen sein, oder? Wahnsinn. Deine Zuckerblüten sind immer wieder toll, und wenn ich die sehe, traue ich mich gar nicht mehr das selbst auch mal wieder zu versuchen (ich hab mal versucht eine Rose gemacht und das Ergebnis war eher so naja...)
    Die Idee mit dem Garten und dem Blumenkorb ist wirklich toll, Deine Oma muss sich sehr gefreut haben. Ich bewundere Deine Geduld, die Du gebraucht haben musst um das "Körbchen" zu flechten. Ich persönlich werde bei solchem Fummelkram immer schnell nervös und gereizt und lass das dann gerne mal an meinem Mann aus (Sorry), hoffentlich hast Du da ein dickeres Fell.
    Die Torte ist Dir wirklich (mal wieder) super gelungen....Spitzenmäßig!
    Liebe Grüße,
    Sarah

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Sarah,

      hab herzlichen Dank für deine so lieben Worte ;o)

      Mein Logo hat mir ein sehr netter Grafiker erstellt, das kann ich leider auch nicht und bin immer wieder begeistert, was alles möglich ist und ein bisschen neidisch auf die Leute, die sowas tolles zaubern können. Andererseits: Man kann ja auch nicht alles können ;o)
      Und nun zu den Zuckerblüten: Das musst du unbedingt noch mal probieren, Übung macht den Meister und bei deinem Talent ... das wird bestimmt! Meine Oma hat sich wirklich sehr doll gefreut und war hin und weg.
      Geduld muss man wirklich für Blüten haben, aber wenn ich an deine Hochzeitstorte denke ... wenn du keine Geduld hast, wer dann? Das muss der Mann dann auch mal aushalten, wenn das Ergebnis so toll wird *kicher und sorry an den Mann ;o)*
      Liebste Grüßlis,
      Jessi

      Löschen
    2. Das werde ich ihm ausrichten ;-)
      Ach nee, da kann ich mich in keinster Weise beschweren... da ist er seehr geduldig!
      Irgendwann werd ich`s mal mit Blüten probieren... versprochen!

      Löschen
  3. Antworten
    1. Vielen lieben Dank - wie schön, dass sie dir/euch gefällt!

      Löschen
  4. Wow, ich bin eben zufällig auf deinen Blog und diese Torte gestoßen. Die Torte und Blüten sind oberhammer (würde meine Tochter sagen). Wunderschön, mir fehlen die Worte!!! Liebe Grüße
    Michaela

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Michaela,

      vielen dank für deinen netten Kommentar! Ich freue mich, dass dir mein Törtchen gefällte.

      Liebe Grüße,
      Jessi

      Löschen

Vielen Dank für deinen Kommentar!
LG, Jessi!

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...